Jetzt redet die IG Metall Erlangen IG Metall Erlangen bei "Jetzt red i": Gute Arbeit statt längerer Arbeitszeiten

Bei „Jetzt red i“ machte die IG Metall Erlangen deutlich: Mehr Arbeit statt mehr Personal ist keine Zukunftsstrategie. Lea Zinser kritisierte die zunehmende Arbeitsverdichtung und warb für gute Arbeit, Tarifbindung und den Aufbau regulärer Beschäftigung.

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Bei der BR-Sendung „Jetzt red i“ zum Thema „Länger arbeiten, weniger Sozialleistungen – Retten wir so die Jobs?“ am 24.06.2026 in Herzogenaurach brachte Lea Zinser für die IG Metall Erlangen die Perspektive der Beschäftigten in die Diskussion ein.

Eine Delegation von Mitgliedern der IG Metall Erlangen war natürlich vor Ort.

Aus ihrer Beratung von Betriebsratsgremien berichtete sie von einer stark zunehmenden Zahl an Mehrarbeitsanträgen und bereits heute voll ausgelasteten Arbeitszeitkonten. Die Forderung nach längeren Arbeitszeiten gehe daher an der Realität vieler Beschäftigter vorbei. Statt Personal aufzubauen, werde in vielen Betrieben zunehmend mit Überstunden geplant – mit negativen Folgen für Gesundheit, Arbeitsbelastung und Arbeitssicherheit.

Lea verwies zudem darauf, dass längere Arbeitszeiten nicht automatisch zu mehr Produktivität führen. Vielmehr zeigten zahlreiche Studien, dass die Leistungsfähigkeit ab einer bestimmten Arbeitszeit sinkt, während das Risiko von Erkrankungen und Arbeitsunfällen steigt. Die IG Metall setzt deshalb auf gute Arbeitsbedingungen, Tarifbindung und Mitbestimmung als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und nachhaltige Beschäftigung.

Darüber hinaus machte sie deutlich, dass die Umwandlung von Überstunden in reguläre Arbeitsplätze einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leisten, die Kaufkraft stärken und die Sozialkassen langfristig entlasten könne.

Auch der DGB-Regionsvorsitzende Mittelfranken Stefan Doll beteiligte sich an der Diskussion. Er machte auf die nach wie vor bestehende Teilzeitfalle für viele Frauen aufmerksam und verwies auf den anhaltenden Mangel an Kinderbetreuungsplätzen, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert. Zudem betonte er die Notwendigkeit eines Tariftreuegesetzes in Bayern, um gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sicherzustellen.

Für die IG Metall Erlangen bleibt klar: Die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt lassen sich nicht durch längere Arbeitszeiten und Sozialabbau lösen. Notwendig sind vielmehr Investitionen in gute Arbeit, mehr Beschäftigung, Tarifbindung und eine gerechte Verteilung von Arbeit.